Die Art und Weise, wie wir unser Wasser erwärmen, hat einen erheblichen Einfluss auf die monatliche Strom- oder Gasrechnung. Stehen Sie vor der Entscheidung für eine neue Warmwasserbereitung, ist der Vergleich Durchlauferhitzer vs. Speicher: Energiebilanz der entscheidende Faktor für langfristige Kosteneinsparungen. In diesem Artikel analysieren wir die Vor- und Nachteile beider Systeme unter energetischen Gesichtspunkten.
Funktionsweise und Energieverbrauch
Um die Durchlauferhitzer vs. Speicher: Energiebilanz korrekt zu bewerten, muss man die grundlegenden Unterschiede verstehen.
Der Durchlauferhitzer: Erwärmung "Just-in-Time"
Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser nur dann, wenn der Wasserhahn geöffnet wird. Es wird kein warmes Wasser vorgehalten.
- Vorteil: Es entstehen keine Bereitschaftsverluste. Energie wird nur verbraucht, wenn warmes Wasser fließt.
- Nachteil: Es wird eine hohe elektrische Leistung benötigt, um das Wasser in Sekundenbruchteilen zu erhitzen.
Der Warmwasserspeicher: Der Vorratstank
Ein Speicher (Boiler) hält ständig eine bestimmte Menge Wasser auf Temperatur (z. B. 60 Grad), damit es sofort verfügbar ist.
- Vorteil: Hoher Komfort, da große Mengen Wasser (z. B. für eine Badewanne) sofort bereitstehen.
- Nachteil: Wärmeverluste über die Dämmung des Tanks (Bereitschaftsverluste), auch wenn kein Wasser entnommen wird.
Analyse: Durchlauferhitzer vs. Speicher: Energiebilanz
Wenn man rein die Energiebilanz betrachtet, schneiden moderne, elektronisch geregelte Durchlauferhitzer oft besser ab als zentrale Speicherlösungen, insbesondere in Ein- bis Zweipersonenhaushalten. Der Grund liegt in den sogenannten Systemverlusten.
1. Bereitschaftsverluste
Jeder Speicher verliert Wärme an die Umgebung. Selbst bei bester Isolierung muss der Brenner oder Heizstab regelmäßig nachheizen, um die Temperatur zu halten. Der Durchlauferhitzer hat null Bereitschaftsverluste.
2. Verteilungsverluste
Bei einer zentralen Warmwasserversorgung (meist Speicher im Keller) muss das Wasser weite Wege bis zum Zapfhahn zurücklegen. Das Wasser kühlt in den Rohren ab.
Wichtig: Bei langen Leitungswegen geht viel Energie verloren, bevor das Wasser überhaupt aus dem Hahn kommt. Dezentrale Durchlauferhitzer werden direkt an der Entnahmestelle montiert, was die Verteilungsverluste auf ein Minimum reduziert.
Wann lohnt sich welches System?
Die Durchlauferhitzer vs. Speicher: Energiebilanz kippt zugunsten des Speichers, wenn regenerative Energien ins Spiel kommen.
- Pro Speicher: Wenn Sie eine Solarthermie-Anlage oder eine Wärmepumpe nutzen, ist ein Speicher unverzichtbar. Hier wird die Energie sehr günstig oder klimaneutral erzeugt und gespeichert.
- Pro Durchlauferhitzer: Für dezentrale Anwendungen (Gäste-WC, weit entfernte Küchenspüle) oder in Wohnungen ohne Anbindung an die Zentralheizung ist der Durchlauferhitzer energetisch und wirtschaftlich meist überlegen.
Wirtschaftlichkeit und CO2-Fußabdruck
Elektronische Durchlauferhitzer können bis zu 20 % Energie sparen im Vergleich zu hydraulischen Modellen. Vergleicht man jedoch Strom (Durchlauferhitzer) mit Gas oder Öl (Zentralspeicher), sind die Betriebskosten beim Strom oft höher, obwohl die reine Energiebilanz (kWh-Verbrauch) beim Durchlauferhitzer besser ist. Strom ist pro kWh teurer als Gas.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer wenig Wasser verbraucht und kurze Leitungswege hat, fährt mit dem Durchlauferhitzer besser. Wer hohe Zapfmengen benötigt und erneuerbare Energien integrieren kann, sollte auf einen Speicher setzen.