Warum das Heizkostenabrechnung verstehen so wichtig ist
Jedes Jahr erhalten Mieter und Wohnungseigentümer ihre Nebenkostenabrechnung, deren größter Posten oft die Heizkosten sind. Viele zahlen sie ohne Prüfung. Dabei ist es entscheidend, die eigene Heizkostenabrechnung verstehen zu können. Nur so stellen Sie sicher, dass Sie nicht zu viel bezahlen. Eine korrekte Abrechnung ist die Basis für einen fairen Umgang mit Energiekosten und motiviert zum Energiesparen. Wer seine Heizkostenabrechnung im Detail versteht, kann den eigenen Verbrauch besser einordnen und gezielt Maßnahmen zur Kostensenkung ergreifen.
Die Bausteine Ihrer Heizkostenabrechnung
Um eine Heizkostenabrechnung verstehen zu können, muss man ihren Aufbau kennen. Sie gliedert sich in der Regel in drei Hauptbereiche, die laut Heizkostenverordnung klar aufgeschlüsselt sein müssen.
1. Gesamtkosten des Gebäudes
Hier listet der Vermieter alle Kosten auf, die für die Heizanlage und die Warmwasserbereitung im gesamten Haus angefallen sind. Dazu gehören:
- Brennstoffkosten: Gas, Öl, Fernwärme etc.
- Betriebsstrom: Strom für Pumpen und Regelungsanlagen.
- Wartungs- und Betriebskosten: Kosten für den Schornsteinfeger oder die Wartung der Anlage.
- Kosten der Verbrauchserfassung: Miet- oder Servicegebühren für Messgeräte.
2. Der Verteilerschlüssel
Die Gesamtkosten werden nicht einfach durch die Anzahl der Wohnungen geteilt. Die Heizkostenverordnung schreibt eine Aufteilung vor:
- Grundkosten (30-50%): Diese Kosten werden nach einem festen Schlüssel, meist der Wohnfläche in Quadratmetern, auf alle Parteien umgelegt. Sie decken die fixen Kosten wie Wärmeverluste im Netz und die Betriebsbereitschaft ab.
- Verbrauchskosten (50-70%): Dieser Anteil richtet sich nach Ihrem tatsächlichen, gemessenen Verbrauch. Grundlage sind die Werte Ihrer Heizkostenverteiler an den Heizkörpern oder Ihres Wärmemengenzählers.
Das genaue Verhältnis zwischen Grund- und Verbrauchskosten muss in der Abrechnung angegeben sein. Ein genaues Verständnis der Heizkostenabrechnung hilft hier, die Korrektheit zu prüfen.
3. Ihr individueller Anteil
Dieser Teil der Abrechnung zeigt transparent auf, wie sich Ihre persönlichen Kosten zusammensetzen. Sie finden hier:
- Ihre Anteile an den Grund- und Verbrauchskosten.
- Die abgelesenen Werte Ihrer Messgeräte (Anfangs- und Endwerte).
- Die bereits geleisteten Vorauszahlungen.
- Das Endergebnis: eine Nachzahlung oder ein Guthaben.
Anleitung: Heizkostenabrechnung prüfen in 4 Schritten
Mit diesem Wissen können Sie nun Ihre Abrechnung kontrollieren. Nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie Punkt für Punkt vor.
- Fristen und Formalia prüfen: Die Abrechnung muss Ihnen spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums vorliegen. Prüfen Sie, ob der Abrechnungszeitraum (meist 12 Monate) und alle notwendigen Angaben korrekt sind.
- Gesamtkosten plausibilisieren: Vergleichen Sie die Gesamtkosten mit denen des Vorjahres. Extreme Steigerungen, die nicht durch gestiegene Energiepreise erklärbar sind, sollten Sie hinterfragen.
- Verteilerschlüssel kontrollieren: Ist der in der Abrechnung genannte Verteilerschlüssel (z.B. 30/70) korrekt und wurde er konsequent angewendet?
- Verbrauchswerte abgleichen: Vergleichen Sie die abgelesenen Werte mit Ihren eigenen Notizen oder den Werten des Vorjahres. Sind die Zählerstände plausibel? Ein fehlerhaftes Verständnis der Heizkostenabrechnung führt hier oft zu Unsicherheiten, die durch eine genaue Prüfung ausgeräumt werden.
Tipp: Notieren Sie sich am besten selbst die Zählerstände zum Ende des Abrechnungszeitraums. Das erleichtert die Kontrolle erheblich.
Sollten Sie Unstimmigkeiten feststellen, haben Sie das Recht, die Belege beim Vermieter einzusehen. Ein Widerspruch gegen die Abrechnung muss schriftlich und gut begründet innerhalb von 12 Monaten nach Erhalt erfolgen.